Der Film erzählt mit bestechender Beiläufigkeit,
wie Mut und Ahnungslosigkeit Hand in Hand gehen.Joachim Dicks, NDR-Kultur
»Lasst Euch nicht zu Lumpen machen!« – Willy Brandts Appell an die DDR-Grenzer am 13. August 1961 ist ungehört verhallt.
Fünf Jahre nach der Teilung Deutschlands kennen Heidemarie und Jürgen die Bedrohungen an der Mauer im eigenen Land. Sie wollen heiraten. Den Weg zueinander, von Leipzig nach Hamburg, planen sie via Bulgarien und die Türkei. Sie ahnen nichts von den Prämien, die das DDR-Grenzregime den bulgarischen Genossen zahlt, wenn diese von Gewehrsalven durchsiebte Körper auf ihre Jeeps werfen. Nur zwei Prozent aller Fluchtversuche an dieser Grenze glücken.
Kapitan Andreevo, die Kontrollstelle zwischen Ost und West, steht in diesem Film für ein europäisches Kapitel, das von Fluchten und Grenzüberschreitungen handelt.
So wie Heidemaries Familiengeschichte, in der die Fluchten über staatliche Grenzen oft zugleich über persönliche führten. 40 Jahre später liegt Kapitan Andreevo wieder vor ihr, doch Heidemarie zögert. Nach einer Irrfahrt ist sie erneut am Nadelöhr ihres Lebens angelangt. Was setzt die Erinnerung frei? Wird sie den Weg noch einmal vollenden?
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